Der Blick von der Bxx in Richtung Norden hinterließ den Eindruck, als läge hinter dieser undurchdringlichen Nebelwand, die, mich eben noch in meinem Auto umschließend, sich von einer Sekunde auf die andere, fast übergangslos aufgelöst hat - als läge direkt dahinter das Ende der Welt. Da war nichts, auch nichts schemenhaftes, was man hinter dieser Nebelwand hätte erkennen können und ich frage mich auch noch heute, wie ich an diesem Freitagmorgen überhaupt mit dem Auto hindurch gefunden habe. Nach dem ersten überwältigenden Eindruck vom Rand der Welt setzte sich unweigerlich die Frage im Kopf fest, wie dieser Nebel so abrupt und scharfgrenzig enden kann. Eine Antwort auf diese Frage habe ich freilich weder gesucht noch gefunden und ich will sie eigentlich auch gar nicht hören. Aber es gibt nach wie vor Dinge in unserem hochtechnisierten und aufgeklärten Alltag, die uns mühelos und binnen Bruchteilen von Sekunden darlegen, wie winzig unbedeutend und ohnmächtig wir eigentlich sind. Und gerade Nebel - wissenschaftlich einfach erklärt - fesselt die Menschen immer und immer wieder.
iatbe - am Sonntag, 5. November 2006, 19:44 - Rubrik: Der Alltag