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"Sie machen sich heute mehr an als gestern. Woran liegt das?"

Keine Ahnung, woran das liegt. Aber ich will nicht wissen, was unser Dozent am Freitag nachmittag von uns denkt, wenn diese Präsenzwoche zu Ende ist. Wir sind es offenbar nicht gewohnt, uns gegenseitig derart auf der Pelle zu hocken, wenn wir uns schon am zweiten Tag so anmachen wie heute.

Wer Studenten, die darauf konditioniert sind, sich während der Woche lediglich zwei Mal am Abend und einmal den halben Tag zu sehen, plötzlich eine Woche lang sozusagen "im Käfig" hält, der darf sich nicht wundern, dass es schnell zu Spannungen kommt. Obwohl man sich bereits seit nunmehr zwei Jahren "kennt", weiß man doch recht wenig übereinander. Die üblichen Grüppchenbildungen mal außen vor gelassen. In den paar Stunden, die wir uns innerhalb der Woche sehen, benimmt sich niemand "normal", meist ist man von der Arbeit geschafft und hat genügend Mühe, halbwegs aufmerksam der Vorlesung zu folgen. Auch die Samstage haben alle von uns schon angenehmer erlebt; wer will nach fünf Tagen Arbeit schon gerne noch einen sechsten oben drauf legen, wenn er nicht muss. Gut, eine gewisse Freiwilligkeit kann ich der Sache nicht absprechen, vielleicht ist es der kleine Masochist, der in so vielen von uns wohnt, der uns alle daran teilnehmen lässt. Auf jeden Fall sind wir in aller Regel jeweils mehr mit uns selbst denn mit unseren Kommilitonen beschäftigt.
So etwas ändert sich natürlich schlagartig, wenn wir praktisch "vollzeitstudieren" – so wie in unserer Präsenzwoche. Da hocken wir ständig von morgens bis abends aufeinander. Merken und lernen plötzlich, wie die anderen wirklich ticken. Soweit in Ordnung. Aber es ist doch nur natürlich, dass dabei auch Spannungen entstehen. Nicht jeder kommt mit dem wirklichen Erscheinen und Auftreten aller anderen klar.

Ich finde es jedoch bemerkenswert – und bedenklich obendrein –, dass uns dies bereits am zweiten Tag passiert. Auf das Ende der Woche bin ich auf jeden Fall mal gespannt. Bisher waren die meisten z.T. bissigen Bemerkungen nicht hundertprozentig ernst gemeint bzw. ernst zu nehmen. Ich persönlich habe aber beispielsweise meine absolute Antipathie – Person bestätigt gefunden und ich weiß nicht was ich mache, wenn der sich mal wieder nicht zusammenreißt und ich schlechte Laune habe.
 

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