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Fragmenter av en Fortid

"Bist du eigentlich noch mit ... zusammen?"
"Nee, schon seit ... nicht mehr?"
"Oh, hoffentlich habe ich da nicht in ein Fettnäpfchen getreten..."
"Nein, ist schon okay."

Ein paar Wochen später sehe ich ihn mit seiner "neuen" Freundin in E. und denke: ach, stimmt - die sind ja schon lange zusammen. Ich habe sie ja auch erst ungefähr einhundert Mal zusammen gesehen, da kann man so etwas schon vergessen.

"Ich bin übrigens Stefan, aus Eiderstedt."
"Jau, das hört man."
"Dass ich Stefan heiße?"

"Und ihr könnte heute Nacht auch wirklich ruhig schlafen?"
Ich fasse es nicht. Sie verliert ihre Schachtel Zigaretten "mit wirklich viel Geld drin", drum herum stehen gut zwanzig Leute und ausgerechnet uns verdächtigt die Tusse, die Schachtel eingesackt zu haben. Rauchen ist eh viel zu teuer lag mir auf der Zunge, aber ich verkniff mir jeglichen Kommentar. Vielleicht hat sie durch meinen Blick gemerkt, dass die Frage ziemlich daneben war, wahrscheinlich aber hat sie überhaupt nichts geschnallt.
"Die muss ich hier irgendwo auf dem Weg von da vorne", (sie deutet auf eine Stelle ca. 3m entfernt) "nach hier verloren haben."
Schon mal daran gedacht, danach zu suchen? liegt mir auf der Zunge aber wieder sage ich lieber nichts. Aber dieses Mal merkt sie entweder etwas oder ist selber auf die Idee gekommen. Sie geht zu dem Punkt, an dem sie die Schachtel das letzte Mal sicher in der Hand hatte, guckt, bückt sich - nicht ohne dabei einen tiefen Blick auf ihre Kimme zu gewähren - hebt die Schachtel auf und freut sich einen Keks. Sie geht ohne ein weiteres Wort an uns vorüber, für sie ist die Welt wieder in Ordnung. Blöde Tusse.

Kellnerin (zu Person 1): "Alt-Schuss?"
Person 1: "Alt-Schuss!"
Kellnerin (zu Person 2): "Alt-Schuss?"
Person 2: "Alt-Schuss!"
Kellnerin (zu Person 3): "Großes Pils?"
Person 3: "Großes Pils!"
Kellnerin (zu Person 4 und 5): "Kaffee?"
Person 4: "Kaffee!"
Person 5: "Kaffee!"
Kellnerin: "Tasse oder Kännchen?"
Person 4: "Tasse!"
Person 5: "Kännchen!"

Hm, mir wäre es lieber, wenn schon morgen wäre oder erst gestern.

"Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Unser erster eigener Küchentisch war ein umgedrehter Pappkarton."

"Du bist sozusagen ein Wunderkind: man wundert sich immer wieder."

Wir fahren auf den Hof, ich bin zu Hause. Die Unterhaltung geht noch weiter, wir wissen aber, dass wir uns verabschieden müssen, sein Flug geht früh. "Das ist eine normale Reaktion, finde ich. Gib ihr Zeit, solche Dinge brauchen Geduld. Warte ab. Irgendwann wird sie diese Meinung vielleicht wieder ändern, aber solange musst du sie auf jeden Fall akzeptieren. Es sind tiefe Wunden, die heilen müssen." Das sind meine Worte, meine Gedanken in dem Augenblick sind aber: eigentlich sollte es deine verdammte Aufgabe sein, solche Worte in einer entsprechenden Situation an mich zu richten - und nicht umgekehrt.

Es kommt nicht darauf an ob man [körperlich] stark ist. Im Leben muss man zäh sein.

Auf dem Weg nach G. irgendwo auf der A2 hatte ich für einen kurzen Augenblick einen wunderbaren Tagtraum. Ich stand in einer nicht näher definierbaren Waldrandszene, eine Mischung aus Festival und Jahrmarkt jedoch ohne irgendwelche Aufbauten oder Menschenmassen. In der seichten Sommerfrühabendluft lag der leichte Geruch von frisch verschüttetem Bier, der Boden unter den Füßen war weich und mit Gras bewachsen. Stellenweise wich das Gras der braunen nicht ganz trockenen Erde. Mir gegenüber stand A., eine Kollegin, die ich eigentlich nicht näher kenne und die mir heute beim Frühstück gegenüber saß. Wir tranken Bier aus 0,2l Willybechern und unterhielten uns über irgend etwas. Ich war in einer Stimmung, in der ich nach zwei oder drei Bier an lauen Sommerfrühabenden und guter Laune immer bin. Nach vielleicht drei Sekunden wurde der Traum von einem LKW, den wir gerade unterbrachen überholten, unterbrochen und ich war wieder irgendwo auf der A2.

 

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