Ueberhaupt und ausserdem
Erwartungsgemäß wurde Angela Merkel die erste Frau in Deutschland, die das Amt des Kanzlers inne hat. Eine große Mehrheit hat sie dazu gewählt, wer konnte in den letzten vierzehn Tagen noch ernsthaft daran zweifeln. Wenngleich ich kein Freund von Merkel bin, so hoffe ich dennoch, dass die Große Koalition mit ihrer Kanzlerin (dieses Wort kennt mein OOo Wörterbuch im übrigen nicht...) an der Spitze einen entscheidenden Schritt heraus aus der Scheiße, in der wir sitzen schafft. Ich mag auch nicht ständig alles schlecht reden, aber es ist unübersichtlich, dass Deutschland derzeit etwas krankt. Das sagen mir schon die Lebenssituationen verschiedener Bekannter aber auch die täglichen Nachrichten.
Tag 1 also nach dem Wechsel, der so einschneidend gar nicht ist. Letztlich haben sich gerade die großen Parteien schon lange angeglichen und durch die Große Koalition ist weiterhin die SPD mit von der Partie. "Lediglich" die starrsinnigen Dickköpfe beider Lager haben in der Vergangenheit eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Regierung und Opposition immer wieder grundlegend gestört und diese sind es, die auch das Leben der Großen Koalition zur Hölle machen können. Ich hoffe, sie begreifen aber die Lage und halten sich zurück wo es nötig ist.
Tag 1 nach dem Wechsel und schon werden erste Schlüsse gezogen. Erste Reise nach Frankreich. Aha, ganz in der Tradition der Vorgänger, die Beziehungen zu den Franzosen sollen weiter gepflegt und auch vertieft werden. Die nächste Reise nach Brüssel, um die Bedeutung Europas und der NATO in der kommenden Politik in den Vordergrund zu rücken... Kann man denn jetzt schon Schlüsse ziehen? Waren das nicht alles nur symbolische Akte? Oder hat sie in Frankreich das große Geheimnis gelüftet, wie dort die schwierige Lage der Immigranten - und hier vorwiegend der Jugend - in den Griff zu bekommen ist? Wohl kaum und so sind auch die Reisen lediglich als Symbole zu werten die keinerlei Rückschlüsse auf künftige Politik erlauben.
Abgerechnet wird zum Schluss und ich würde mich freuen, in vier Jahren sagen zu müssen, dass ich die Fähigkeiten von Angela Merkel unterschätzt habe. Bei weitem sogar. Jetzt noch darüber zu klagen, dass die neue Regierung nichts taugt wäre schließlich müßig, denn jetzt ist es so, wie es nun einmal ist. Und wir müssen der Großen Koalition eine Chance geben, damit in vier Jahren nicht aus reinem Pessimismus sieben Millionen ohne Arbeit sind. Wie heißt es doch so schön: Glück auf!
Tag 1 also nach dem Wechsel, der so einschneidend gar nicht ist. Letztlich haben sich gerade die großen Parteien schon lange angeglichen und durch die Große Koalition ist weiterhin die SPD mit von der Partie. "Lediglich" die starrsinnigen Dickköpfe beider Lager haben in der Vergangenheit eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Regierung und Opposition immer wieder grundlegend gestört und diese sind es, die auch das Leben der Großen Koalition zur Hölle machen können. Ich hoffe, sie begreifen aber die Lage und halten sich zurück wo es nötig ist.
Tag 1 nach dem Wechsel und schon werden erste Schlüsse gezogen. Erste Reise nach Frankreich. Aha, ganz in der Tradition der Vorgänger, die Beziehungen zu den Franzosen sollen weiter gepflegt und auch vertieft werden. Die nächste Reise nach Brüssel, um die Bedeutung Europas und der NATO in der kommenden Politik in den Vordergrund zu rücken... Kann man denn jetzt schon Schlüsse ziehen? Waren das nicht alles nur symbolische Akte? Oder hat sie in Frankreich das große Geheimnis gelüftet, wie dort die schwierige Lage der Immigranten - und hier vorwiegend der Jugend - in den Griff zu bekommen ist? Wohl kaum und so sind auch die Reisen lediglich als Symbole zu werten die keinerlei Rückschlüsse auf künftige Politik erlauben.
Abgerechnet wird zum Schluss und ich würde mich freuen, in vier Jahren sagen zu müssen, dass ich die Fähigkeiten von Angela Merkel unterschätzt habe. Bei weitem sogar. Jetzt noch darüber zu klagen, dass die neue Regierung nichts taugt wäre schließlich müßig, denn jetzt ist es so, wie es nun einmal ist. Und wir müssen der Großen Koalition eine Chance geben, damit in vier Jahren nicht aus reinem Pessimismus sieben Millionen ohne Arbeit sind. Wie heißt es doch so schön: Glück auf!
iatbe - am Mittwoch, 23. November 2005, 17:42 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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Die "Unruhen" in Frankreich lassen nach. Fraglich ist, ob sie überhaupt als solche bezeichnet werden können, immer wieder haben beteiligte Jugendliche erwähnt, dass sie in keinster Weise organisiert wären. Unter "Unruhen" verstehe ich gerichteten und organisierten Widerstand, Protest, Revolte. Gerichtet waren diese Aktionen ziemlich sicher doch keineswegs organisiert. Insofern kann man fast beruhigt sein, dass im Nachbarland keine Revolution droht. Viel beunruhigender ist aber, dass in Frankreich, einem der ersten Staaten, in dem die Menschenrechte in der Verfassung formuliert wurden, ein Innenminister namens Nicolas Sarkozy mit seiner "Politik der Härte" glaubt, positive Erfolge zu erzielen. Jetzt da die Welle der Gewalt langsam abebbt; nach fast vierzehn Tagen. Dass hiermit keine Probleme gelöst werden, sollte eigentlich jedem Menschen klaren Verstands bewusst sein. Doch mit dieser Abschiebepolitik wähnt sich Frankreich in bester Gesellschaft mit einem anderen Vorreiter der Menschenrechte: den USA. Von Anfang an waren jedoch in diesem Land trotz entsprechender Verfassung immer einige Menschen gleicher als andere.
Ich weiß sicher keine Lösung für diese Situation. Doch ich weiß, dass es alarmierend sein muss, solche Zustände beim unmittelbaren demokratischen Nachbarn erleben zu müssen. Es sollte eigentlich Grund genug für die eigene Regierung sein, niemals solche Klüfte entstehen zu lassen - oder diese vielmehr schnellstmöglich zu schließen zu versuchen.
Ich weiß sicher keine Lösung für diese Situation. Doch ich weiß, dass es alarmierend sein muss, solche Zustände beim unmittelbaren demokratischen Nachbarn erleben zu müssen. Es sollte eigentlich Grund genug für die eigene Regierung sein, niemals solche Klüfte entstehen zu lassen - oder diese vielmehr schnellstmöglich zu schließen zu versuchen.
iatbe - am Donnerstag, 10. November 2005, 21:30 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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Ausnahmsweise habe ich bei meiner Tanktaktik diese Mal alles richtig gemacht. Meist ist es so, dass ich immer darauf warte, dass die Preise etwas nach unten gehen, wenn es langsam knapp wird und fast immer ist es dann so, dass ich an dem Tag, an dem ich wirklich dringend tanken muss um nicht liegen zu bleiben, der Preis höher ist als an dem Tag, an dem ich beschlossen habe noch etwas zu warten. Und ich falle immer wieder auf diese Verschwörung herein, man sollte meinen, dass ich mal dazu lerne. Aber dieses Mal hat es sich gelohnt zu warten. Ich hätte fast einen Luftsprung gemacht, als ich sah, dass ich "nur" 122,9 Cent/Liter zahlen müsse.
Pervers, noch vor einem Jahr hätte ich das als unverschämt empfunden - und heute freue ich mich über dieses "Schnäppchen".
Pervers, noch vor einem Jahr hätte ich das als unverschämt empfunden - und heute freue ich mich über dieses "Schnäppchen".
iatbe - am Montag, 24. Oktober 2005, 18:36 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
Ich werde mich wohl an den Gedanken gewöhnen müssen, dass die Merkel den Kanzlerposten bekommt. Ich habe dummerweise überhaupt kein Vertrauen in sie, was nun wirklich nicht daran liegt, dass sie eine Frau ist und "aus dem Osten" kommt. Beides spielt für mich diesbezüglich gar keine Rolle. Entscheidend und erschreckend ist für mich aber ihr - mir unvergesslicher - Auftritt in den Folgetagen des 11. September 2001. Wer so tief in eines anderen Arsch kriecht (gemeint ist der des Herrn Bush), tut dies aus politischem Kalkül. Und wer dies so offenkundig und plump tut, der hat keinen eigenen Standpunkt, den er nicht von heute auf morgen verlassen würde, wenn es denn um Außenwirkung ginge. So etwas ist zu tiefst peinlich und ich will einfach nicht verstehen, wie eine so profillose Figur eine so starke Zustimmung in der CDU finden kann. Ganz nüchtern betrachtet hat diese Frau für mich weder politischen Charakter noch menschliche Überzeugungskraft. Nur dass das Gejammer natürlich nichts nützt, es ist ja nun einmal so wie es ist.
Wie hieß es doch in einem albernen Tierfilm, dessen Name mir nicht einfällt (ein Hund spielte die Hauptrolle und war wohl auf dem Weg nach Hause): "Kopfüber hinein in den Müll!"
Wie hieß es doch in einem albernen Tierfilm, dessen Name mir nicht einfällt (ein Hund spielte die Hauptrolle und war wohl auf dem Weg nach Hause): "Kopfüber hinein in den Müll!"
iatbe - am Dienstag, 18. Oktober 2005, 20:57 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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"Die Beisitzer unterstützen den Wahlvorsteher, indem sie Stimmzettel ausgeben, die Wahlscheine sammeln, die eingenommenen Wahlbenachrichtigungen verwahren, die Wahlzellen beobachten und ggf. bei einem entsprechenden Andrang von Wählern den Zutritt zum Wahlraum ordnen."
Andrang von Wählern. Sicher. Es sollte lauten: "[...] und auf den Straßen nicht-Wähler ködern und diese zu ihrem (Wahl-)Glück zwingen."
Andrang von Wählern. Sicher. Es sollte lauten: "[...] und auf den Straßen nicht-Wähler ködern und diese zu ihrem (Wahl-)Glück zwingen."
iatbe - am Freitag, 16. September 2005, 18:22 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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Es nimmt einfach kein Ende. Ich weiß auch nicht, ob ich auf einer Art "schwarzen Liste" bei den Jungs (und Mädels) vom Finanzamt stehe. Diese endlosen Briefwechsel, diese Schikane, erst alles mögliche abzulehnen und dann quasi Zug-um-Zug doch zu akzeptieren. Wollen die mich eigentlich mürbe machen? Und spekulieren darauf, dass ich es schon dabei bewenden lasse. Die müssten doch langsam merken, dass dem nicht so ist. Ich kann es aber wirklich langsam nicht mehr sehen.
iatbe - am Mittwoch, 20. Juli 2005, 21:40 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
Wenn ich mir ein Urteil zur Leistung unserer Nationalmannschaft erlauben darf, dann möchte ich die nachfolgenden Sätze nach den gezeigten Spielen im Confederations Cup festhalten.
Wir können bestimmt noch nicht sagen "Deutschland ist wieder jemand im Fußball". Aber wir sind auf jeden Fall auch über das Stadium "vielleicht können wir den einen oder anderen Großen ärgern" hinaus. Insgesamt eine kämpferisch starke und aufopferungsvolle Vorstellung, in der aber immer wieder Schwächen durchscheinen, die es bis zum nächsten Jahr abzutrainieren gilt. Diese Schwächen an einer Person fest zu machen, wie es anfangs an Robert Huth getan wurde, ist aber Unsinn - was besagter Nationalspieler letztlich auch eindrucksvoll bewiesen hat. Jemand, der mit so weniger Spielpraxis solch eine vergleichsweise konstant gute Leistung zeigt, ist auf dem richtigen Weg. Und wir haben auch nicht nur zufällig den dritten Platz belegt, sondern zufällig nur den dritten. Alles in allem stimmt mich das sehr hoffnungsvoll für 2006.
Auch das Publikum in den Stadien hat gespürt, dass mit dieser Mannschaft frischer Wind aufgekommen ist und feiert sie selbst nach Niederlagen (wie gegen Brasilien). Ich will ehrlich sein: das habe Jürgen Klinsmann nicht zugetraut. Ich bin froh, manchmal eine so erschreckend schlechte Intuition zu haben.
Wir können bestimmt noch nicht sagen "Deutschland ist wieder jemand im Fußball". Aber wir sind auf jeden Fall auch über das Stadium "vielleicht können wir den einen oder anderen Großen ärgern" hinaus. Insgesamt eine kämpferisch starke und aufopferungsvolle Vorstellung, in der aber immer wieder Schwächen durchscheinen, die es bis zum nächsten Jahr abzutrainieren gilt. Diese Schwächen an einer Person fest zu machen, wie es anfangs an Robert Huth getan wurde, ist aber Unsinn - was besagter Nationalspieler letztlich auch eindrucksvoll bewiesen hat. Jemand, der mit so weniger Spielpraxis solch eine vergleichsweise konstant gute Leistung zeigt, ist auf dem richtigen Weg. Und wir haben auch nicht nur zufällig den dritten Platz belegt, sondern zufällig nur den dritten. Alles in allem stimmt mich das sehr hoffnungsvoll für 2006.
Auch das Publikum in den Stadien hat gespürt, dass mit dieser Mannschaft frischer Wind aufgekommen ist und feiert sie selbst nach Niederlagen (wie gegen Brasilien). Ich will ehrlich sein: das habe Jürgen Klinsmann nicht zugetraut. Ich bin froh, manchmal eine so erschreckend schlechte Intuition zu haben.
iatbe - am Mittwoch, 29. Juni 2005, 21:54 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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Meinen herzlichen Glückwunsch an die deutsche Fußball-Damenmannschaft. Mit dem Gewinn der Europameisterschaft haben sie wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, wo der Hase langläuft. Daran sollte sich unsere Herrenmannschaft einmal orientieren, denn es liegt nicht immer nur an der Qualität der Gegner, sondern vor allem auch an der eigenen Bereitschaft für die Mannschaft zu spielen und zu kämpfen.
Außerdem stören beim Damenfußball auch nur äußerst selten dämliche und hässliche Fouls das Spiel, insgesamt läuft der Sport hier wesentlich fairer ab. Und der Eindruck, den ich noch vor etwa zwei Jahren hatte, dass ein Spiel der Damen wesentlich "langsamer" abläuft, ist auch entschwunden. Inzwischen sind die Spiele deutlich dynamischer, so dass heute im EM-Finale konsequenterweise auch ein Zuschauerrekord (mit etwas über 21.000 Zuschauern) aufgestellt wurde. Sicher immer noch vergleichsweise wenig, trotzdem eine Tendenz, die aufzeigt, dass der Damenfußball weiter in den Fokus öffentlichen Interesses gerückt ist.
Außerdem stören beim Damenfußball auch nur äußerst selten dämliche und hässliche Fouls das Spiel, insgesamt läuft der Sport hier wesentlich fairer ab. Und der Eindruck, den ich noch vor etwa zwei Jahren hatte, dass ein Spiel der Damen wesentlich "langsamer" abläuft, ist auch entschwunden. Inzwischen sind die Spiele deutlich dynamischer, so dass heute im EM-Finale konsequenterweise auch ein Zuschauerrekord (mit etwas über 21.000 Zuschauern) aufgestellt wurde. Sicher immer noch vergleichsweise wenig, trotzdem eine Tendenz, die aufzeigt, dass der Damenfußball weiter in den Fokus öffentlichen Interesses gerückt ist.
iatbe - am Sonntag, 19. Juni 2005, 18:08 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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Die einfachste Lösung meines Zeitproblems scheint mir, den Tag ganz einfach in Schichten aufzuteilen. Sagen wir einmal vier. Die vierte Schicht ist immer einfach: schlafen. Von Montag bis Freitag ist auch die erste Schicht klar: arbeiten. Samstag lautet die erste Schicht Studium, am Sonntag entweder Fußball (wenngleich die Saison jetzt vorüber ist) oder schlafen. Die zweite Schicht ist an Dienstagen und Donnerstagen immer Studium, am Montag und Freitag Studiumsvor- oder -nachbereitung, am Mittwoch Hausarbeit, samstags und sonntags entspannen. Schicht drei ist am Montag und Freitag Hausarbeit oder Freizeit, dienstags und donnerstags "vor dem Fernseher chillen" und am Mittwoch "Zivi-Treff". Samstags Freizeit und sonntags ebenfalls Freizeit oder Lerngemeinschaft für das Studium.
Das ist natürlich keine feste Regelung; das wäre dumm. Aber irgendwie muss ich mir die vierundzwanzig Stunden an den sieben Tagen einer Woche grob einteilen, damit mir das nicht über den Kopf wächst.
Das ist natürlich keine feste Regelung; das wäre dumm. Aber irgendwie muss ich mir die vierundzwanzig Stunden an den sieben Tagen einer Woche grob einteilen, damit mir das nicht über den Kopf wächst.
iatbe - am Mittwoch, 15. Juni 2005, 21:49 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
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Das non der Franzosen zur EU-Verfassung hat mir zweierlei gezeigt.
Erstens einmal kann unsere Regierung von den Franzosen dahingehend lernen, dass man gefälligst das Volk abstimmen lässt, wenn es darum geht über so etwas wie eine Verfassung abzustimmen. Das ist mitnichten trivial und sollte nicht so entschieden werden, wie es hier in Deutschland passiert ist. Wie sollen die Bürger jemals im Herzen Europäer werden, wenn sie dazu genötigt werden. Das ist kein demokratischer Prozess, auch wenn hierüber Gremien entschieden haben, die durch demokratische Wahlen ins Leben gerufen wurden. Hier geht es aber nicht um irgendein Gesetz oder eine Verordnung, sondern um eine ganze Verfassung, die doch letztlich zum Ziel haben muss, die bisher souveränen nationalen Verfassungen abzulösen. Ich denke da jedoch in einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Ich bin gerne Deutscher und ich bin auch gerne Europäer. Aber ich will auch nicht, dass man mir eine Verfassung überstülpt, die ich nicht wirklich kenne und von deren Inhalten ich allein deshalb nicht überzeugt bin. Gerade deshalb sollte eine solche Entscheidung nicht dem Staat sondern den Bürgern der Staaten überlassen werden.
Hiermit bin ich beim zweiten Punkt. Wenn die Regierungen doch so sehr überzeugt von dem Produkt EU-Verfassung sind, warum sind sie nicht in der Lage es angemessen zu vermarkten. Sonst können sie doch so viel Wirbel um weit uninteressantere Dinge machen. Jetzt können sie nur große Töne spucken, wie schlimm-schlimm dieses Nein doch sei. Schwachköpfe! Abstimmungen mit einem "Nein" wie in Frankreich sollten doch deutlich machen, dass bezüglich des Inhalts der Verfassung ein riesiges Informationsdefizit in der Bevölkerung vorherrscht. Durch alle Schichten, wie ich behaupten möchte. Ich habe noch kein Gespräch belauschen können, in dem die Inhalte dieser Verfassung kontrovers diskutiert wurden. Die nationalen Regierungen sind doch eigentlich gezwungen hier gegenzusteuern. Allein, wer will sie zwingen? Die Franzosen zum Beispiel - vielleicht mit der Hilfe der Niederländer. Ich glaube nicht, dass die Franzosen weniger europäisch denken als der Rest Europas. Sie hatten lediglich die unglaublich kostbare Gelegenheit mitzuteilen, dass Aufklärungsbedarf besteht. Ich persönlich fürchte mich ein wenig vor einer übergestülpten europäischen Verfassung zu diesem Zeitpunkt, denn noch ist mir alles das aus Brüssel kommt zu sehr bürokratisch. Insofern begrüße ich das Abstimmungsergebnis, so sehr ich auch davon überzeugt bin, einmal in einem geeinten Europa leben zu wollen - Ich wünsche mir wirklich, dies noch erleben zu können. Ich bin aber ebenfalls sehr stark der Meinung, dass es noch viel zu früh ist. Und nur weil die nationalen Politiker, in die ich ohnehin kein Vertrauen habe, mir einreden wollen, diese Verfassung sei gut, glaube ich das noch lange nicht. Sie hatten gehofft es würde einfach alles gut gehe, ohne dass sie etwas für Geld tun müssten. Das hat doch sonst auch immer geklappt ("Unsere Politik ist so sehr durch die Fehlpolitik der Vorgängerregierung belastet, dass wir gar nicht wissen, wo wir mit regieren anfangen sollen. Tut uns wirklich-wirklich leid aber da kann man nichts machen"). Wir müssen jetzt erst einmal eine Integration der neu hinzugekommenen Staaten schaffen. Davon sind wir noch Jahre entfernt, wie sollte uns eine gemeinsame Verfassung hier weiterbringen.
Die Aufnahme dieser neuen Staaten halte ich ebenfalls für viel zu früh erfolgt. Falsch ist die Entscheidung nicht, vielmehr logisch und konsequent; Europa endet nicht an Deutschlands Ostgrenze. Der Zeitpunkt war aber eindeutig zu früh, die entscheidenden politischen Einflussnehmer haben viel zu sehr darauf gedrängt, selber Geschichte zu schreiben, statt sich in Geduld zu üben und die fraglichen Staaten wachsen zu lassen. Hier liegt für mich eines der größten Risiken für das Europa, welches ich einmal erleben möchte: der Prozess des Zusammenwachsens ist ins stocken geraten - nicht nur die Volksabstimmung in Frankreich belegt dies.
Erstens einmal kann unsere Regierung von den Franzosen dahingehend lernen, dass man gefälligst das Volk abstimmen lässt, wenn es darum geht über so etwas wie eine Verfassung abzustimmen. Das ist mitnichten trivial und sollte nicht so entschieden werden, wie es hier in Deutschland passiert ist. Wie sollen die Bürger jemals im Herzen Europäer werden, wenn sie dazu genötigt werden. Das ist kein demokratischer Prozess, auch wenn hierüber Gremien entschieden haben, die durch demokratische Wahlen ins Leben gerufen wurden. Hier geht es aber nicht um irgendein Gesetz oder eine Verordnung, sondern um eine ganze Verfassung, die doch letztlich zum Ziel haben muss, die bisher souveränen nationalen Verfassungen abzulösen. Ich denke da jedoch in einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Ich bin gerne Deutscher und ich bin auch gerne Europäer. Aber ich will auch nicht, dass man mir eine Verfassung überstülpt, die ich nicht wirklich kenne und von deren Inhalten ich allein deshalb nicht überzeugt bin. Gerade deshalb sollte eine solche Entscheidung nicht dem Staat sondern den Bürgern der Staaten überlassen werden.
Hiermit bin ich beim zweiten Punkt. Wenn die Regierungen doch so sehr überzeugt von dem Produkt EU-Verfassung sind, warum sind sie nicht in der Lage es angemessen zu vermarkten. Sonst können sie doch so viel Wirbel um weit uninteressantere Dinge machen. Jetzt können sie nur große Töne spucken, wie schlimm-schlimm dieses Nein doch sei. Schwachköpfe! Abstimmungen mit einem "Nein" wie in Frankreich sollten doch deutlich machen, dass bezüglich des Inhalts der Verfassung ein riesiges Informationsdefizit in der Bevölkerung vorherrscht. Durch alle Schichten, wie ich behaupten möchte. Ich habe noch kein Gespräch belauschen können, in dem die Inhalte dieser Verfassung kontrovers diskutiert wurden. Die nationalen Regierungen sind doch eigentlich gezwungen hier gegenzusteuern. Allein, wer will sie zwingen? Die Franzosen zum Beispiel - vielleicht mit der Hilfe der Niederländer. Ich glaube nicht, dass die Franzosen weniger europäisch denken als der Rest Europas. Sie hatten lediglich die unglaublich kostbare Gelegenheit mitzuteilen, dass Aufklärungsbedarf besteht. Ich persönlich fürchte mich ein wenig vor einer übergestülpten europäischen Verfassung zu diesem Zeitpunkt, denn noch ist mir alles das aus Brüssel kommt zu sehr bürokratisch. Insofern begrüße ich das Abstimmungsergebnis, so sehr ich auch davon überzeugt bin, einmal in einem geeinten Europa leben zu wollen - Ich wünsche mir wirklich, dies noch erleben zu können. Ich bin aber ebenfalls sehr stark der Meinung, dass es noch viel zu früh ist. Und nur weil die nationalen Politiker, in die ich ohnehin kein Vertrauen habe, mir einreden wollen, diese Verfassung sei gut, glaube ich das noch lange nicht. Sie hatten gehofft es würde einfach alles gut gehe, ohne dass sie etwas für Geld tun müssten. Das hat doch sonst auch immer geklappt ("Unsere Politik ist so sehr durch die Fehlpolitik der Vorgängerregierung belastet, dass wir gar nicht wissen, wo wir mit regieren anfangen sollen. Tut uns wirklich-wirklich leid aber da kann man nichts machen"). Wir müssen jetzt erst einmal eine Integration der neu hinzugekommenen Staaten schaffen. Davon sind wir noch Jahre entfernt, wie sollte uns eine gemeinsame Verfassung hier weiterbringen.
Die Aufnahme dieser neuen Staaten halte ich ebenfalls für viel zu früh erfolgt. Falsch ist die Entscheidung nicht, vielmehr logisch und konsequent; Europa endet nicht an Deutschlands Ostgrenze. Der Zeitpunkt war aber eindeutig zu früh, die entscheidenden politischen Einflussnehmer haben viel zu sehr darauf gedrängt, selber Geschichte zu schreiben, statt sich in Geduld zu üben und die fraglichen Staaten wachsen zu lassen. Hier liegt für mich eines der größten Risiken für das Europa, welches ich einmal erleben möchte: der Prozess des Zusammenwachsens ist ins stocken geraten - nicht nur die Volksabstimmung in Frankreich belegt dies.
iatbe - am Mittwoch, 1. Juni 2005, 21:57 - Rubrik: Ueberhaupt und ausserdem
noch kein Kommentar - die eigene Meinung