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Dass nun ausgerechnet ein 1,75 m kleiner Benno Fürmann, mit kurzem dunklen Haar den Siegfried, seinerseits groß, kräftig, mit einer blonden Mähne, grenzt ja an Hohn. Nichts gegen die (mögliche) schauspielerische Leistung eines Herrn Fürmann, ich habe den Film ja nicht gesehen. Trotzdem habe ich mir den Siegfried so nie vorgestellt, wenn mein Lehrer mir in der fünften Klasse davon vorgelesen hat.
Ich werde mir den Film auch nicht ansehen und die Geschichte lieber weiter in meiner Phantasie mit den dort erschaffenen Bildern leben lassen.

Johnny got his gun.
Dieser Film (1971, deutscher Titel: "Johnny zieht in den Krieg") von Dalton Trumbo handelt von einem jungen Amerikaner (Joe) , der freudig-patriotisch in den Ersten Weltkrieg im fernen Europa zieht. Er wird dort während eines Angriffs schwer verletzt; er verliert Arme, Beine, das Gehör, Augenlicht und seine Stimme. Von der entscheidenden Person wird er als ein Stück noch-lebendes Fleisch für Forschungszwecke klassifiziert, das lebend gehalten werden soll. Fortan liegt er nicht in einem Krankenzimmer sondern vielmehr in einer Abstellkammer, wo er "gepflegt" wird. Das Bedrückende an dem Film ist die Perspektive. Die Krankenbettszenen (der junge Amerikaner ist praktisch vollkommen bedeckt) sind in schwarz/weiß gehalten, seine Gedanken sind in Bildern (Erinnerungen, fiktive (Alp-)Träume, in denen er immer wieder wichtige Stationen seiner Vergangenheit in Bezug zu seiner jetztigen Situatuion bringt) bzw. als kommentierender Ton (Gegenwart) dargestellt. Der Zuschauer wird in die Lage versetzt, die beklemmende Situation nachvollziehen zu können. Der Film ist streckenweise (und unterschwellig) eine Hommage an das Leben, ein Leben ohne Kriege und Gewalt, aber auch an die Menschlichkeit.
Schließlich gelingt es einer Krankenschwester, mit dem jungen Amerikaner eine Kommunikation aufzubauen. Kurz danach nimmt der Film eine Wendung: der bis dahin fortwährend vermittelte Eindruck der Hoffnung und des Lebenswillens wird harsch erschlagen, indem der junge Amerikaner mitteilt, er wolle sterben, wenn er nicht der Menschheit zur Schau gestellt würde. Besagte Krankenschwester überwindet ihr Gewissen (nicht zu töten) und entschließt sich, den jungen Amerikaner zu erlösen. Der Zuschauer weiß, dass dieser ihr dafür unendlich dankbar ist, doch ihr Vorhaben wird unterbunden. Der Film endet mit einer Ausblendung, die deutlich macht, dass der junge Amerikaner weiter leben muss - weggesperrt von der Öffentlichkeit, gefangen in sich selbst, allein.

Metallica haben diesen Film in ihrem Video zu "One" verarbeitet, auch der entsprechende Songtext befasst sich damit. Gestern lief der Film auf arte und es war mir nicht möglich, abzuschalten und früh ins Bett zu gehen, wie ich es eigentlich vorhatte.

Ich hatte mir die Vorstellung auf Pro7 schlimmer vorgestellt. Dennoch führen die vielen Werbepausen gerade in einem Dokumentarfilm zu einem Zerreißen der Story. Etwas schade. Insgesamt musste sich der Film ohnehin (besonders gegen Ende) oft fragen lassen, aus welchen Quellen denn wohl das vermittelte Wissen stammt. Bei Dokumentarfilmen stellt sich die Frage - je nach Thematik - in der Regel ohnehin. Und bei M. Moore und/oder politisch motivierten Filmen muss sich das erst recht gefragt werden. Trotzdem bietet Fahrenheit 9/11 reichlich interessante Einblicke, die ich selber vorher noch nicht kannte; vor allem was die Vetternwirtschaft in diesem Maßstab angeht.

Ich habe mir den Film gestern das erste Mal angesehen. Die schauspielerische Leistung war etwas mager, die kleinen zwischenmenschlichen Episoden berechenbar und die Dialoge Mittelmaß. Aber mich hat die Story fasziniert, ja sogar die Bilder obwohl ich gerade übertriebene computeranimierte Szenen gar nicht mag. Die Vorstellung in einer solchen Welt (über-)leben zu müssen hat etwas beängstigendes und anziehendes zugleich.
Oft wurde ja der Bogen zur letzten Eiszeit gespannt. Im Unterschied zu der könnte es heute aber sehr schwer fallen, sie so gut zu überstehen. Zumindest für uns zivilisierte. Wenn uns die Konserven ausgingen, wären wir wohl am Ende. Was sollten wir denn – sofern wir dazu wirklich in der Lage wären – überhaupt jagen. Hier gibt es ja so gut wie nix mehr. Und das, was da ist, wäre sehr schnell entweder selber verendet oder von den großen Menschenmassen ausgerottet. Dann hoffe ich doch, dass nichts dergleichen passiert.

Außerdem musste ich während des Films immer wieder an Die Urzeit-Saga (First Americans) von William Sarabande (wirklicher Name: Joan Lesley Hamilton Cline) denken. Die ersten drei Teile habe ich vor einigen Jahren innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Die nächsten drei stehen noch ungelesen im Regal. Allerdings sind sie durch den Film in der Liste der als nächstes zu lesenden Bücher ganz nach oben gerutscht.

Ich habe eben festgestellt, dass es eine neue Version von Pink Panther gibt. Erstens spricht er da selber, zweitens ist die Sendung nicht ansatzweise lustig.
Es gibt Dinge, die lässt man besser unberührt. Pink Panther gehört dazu.

Dave: "Ey Mann, die Menschen sind schon komische Leute."

[Ganz oder gar nicht]

Nach dem genialen Showkonzept Kämpf um deine Frau freut sich Hirnlos TV die nächste Show der Superlative aus Eigenproduktion präsentieren zu können: Kämpf um deinen Hintern.
In der ersten Show zeigen wir den melodramatischen Verlauf der Beziehung des jungen J.D. zu seinem Hintern Alfred [Name von der Redaktion geändert].
Stimmen unseres Paares vor der Sendung:
Alfred: "In fünfundzwanzig Jahren Partnerschaft hat sich J. nie um irgendetwas gekümmert. Immer musste ich die Drecksarbeit erledigen."
J.: "Ach, der gibt doch nur heiße Luft von sich. Der weiß ohne mich ja gar nicht, was er machen soll. Wenn's drauf ankommt, dann kneift er doch - wie immer."

Werden wir diese Beziehung wieder kitten können? Oder wird sich Alfred für immer von J. trennen? Damit beide noch eine Chance haben, schicken wir sie für zehn Tage ins Dixi-Camp bei Wasser und Bohnen. Nur wenn sie sich zusammenreißen, können sie diesen wohl schwersten Test ihrer Beziehung überstehen.

Schalten Sie ein, es wird spannend!


Moderation: ein drittklassiger Pseudopromi dessen Namen wir gerade nicht mehr wissen
Idee und Realisation: Frau Antje
Leidtragender: Sie

Gestern Abend sah ich das Video zu Video killed the radio star in der Version der Presidents Of The United States Of America (im Original von den Buggles, das Video lief auch, direkt davor). In einer der Szenen war eine Frau in einem dunklen Raum. Der Raum war spärlich möbliert, ich kann mich nur noch an eine Matratze auf dem Boden erinnern. Die Frau saß halb auf dem Boden, halb auf der Matratze. Zentrales Element ihres Lebens war ein Fernseher, der mit einer Wandhalterung in vielleicht zwei Meter Höhe angebracht ist und dessen Bilder das einzige Licht in dem Raum spenden. Die Frau hat den Fernseher mit leerem Blick unentwegt angestarrt.

Einen Moment stellte ich mir vor, ich wäre in der Rolle dieser Person, die den ganzen Tag nur auf den Fernseher starren braucht/kann. Der Gedanke war mir nicht einmal unangenehm.

Eine der schönsten Siegen ist die Siege des Gesters.
[ARD Moderator zu ich-weiß-nicht-mehr-welchem deutschen Olympiasieg]

Staplerfahrer Klaus. Zu welch zweifelhaftem Ruhm bist du heute bei Spiegel TV - Magazin auf RTL gekommen. Ein Horrorvideo als Ausbildungsfilm - so der albern-reißerische Titel eines entsprechenden Skandalberichts. Wer den kurzweiligen und humoristischen Kurzfilm kennt, wird sich ebenso an den Kopf fassen, wie ich es tat, als ich ungläubig diese vielleicht tatsächlich ernst gemeinte Reportage sah (ich weiß immer noch nicht, ob ich es ernst nehmen soll oder nicht). Erstens ist die dargestellte Gewalt derart hyperb-unrealistisch und noch absichtlicher übertrieben, dass dem Zuschauer durchaus zugetraut werden darf, dass er dies merkt. Zweitens einmal haben wir doch zweifelsohne andere Sorgen, als uns über einen Kurzfilm dieser Art zu mokieren. Es darf sich gefragt werden, welchen Anspruch ein Sender wie RTL überhaupt noch an sich selber stellt - gleiches gilt für ein Magazin wie den Spiegel, welches doch wohl Pate für den TV-Namen stand. Ja, sicher, vielleicht ist der Bericht an sich auch nicht allzu ernst zu nehmen. Aber ein TV-Magazin, das von seiner Machart ein seriöses und politisches Erscheinungsbild pflegen und darstellen möchte, sollte dann wenigstens keine Kommentare von DEKRA Mitarbeitern ausstrahlen, die sich selber furchtbar wichtig nehmen und darauf hinweisen, dass die Darstellungen beim Staplerfahrer Klaus unrealistisch seien und mit dem Alltag eines Staplerfahrers dergestalt nur herzlich wenig zu tun haben. Somit sei der Film für Ausbildungszwecke eher ungeeignet. Ach nee.
Oder darf/will der Zuschauer von heute derart verarscht werden, dass ihm erst ein paar wirklich interessante und aktuell-brisante Themen (Schwarzarbeit im Vorschatten von Harz Hartz IV; das immer wieder aktuelle Thema Kindesmisshandlung und die Rolle staatlicher Behörden ebendort) serviert werden, und als Nachspeise dann ein solcher Humbug aufgetischt wird? Bin ich am Ende selber der Trottel? Ein Stück weit sicherlich ja, sonst hätte ich ja weggeschaltet.

 

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