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Im Buero

Ungefähr viermal am Tag bin ich komplett durchgeschwitzt - das bringt der Beruf leider mit sich - und dennoch würde ich sagen, dass die Hitze mir nichts mehr ausmacht. Allerdings fehlt eines doch ganz sicher auf der Arbeit: eine Dusche.

Der Kollege, um den ich mir solche Sorgen gemacht habe, ist jetzt erst einmal krank geschrieben. Ich denke, das ist das beste. Soweit ich es weiß, wartet er außerdem auf einen Platz in eine Kurklinik, in der seine psychischen Probleme behandelt werden können. Immerhin, er ist sich seiner Probleme voll bewusst und stellt sich zumindest nicht quer, wenn es darum geht, dass ihm geholfen wird. Wenngleich er immer sagte: "ihr könnt mir nicht helfen." Bis er diesen Platz bekommt, ist er nun zumindest nicht mehr den Situationen auf der Arbeit ausgesetzt, die wohl unter anderem zu dieser Krankheit führten. Ich wünsche ihm alles Gute.

Ich mache mir Sorgen um einen Kollegen – und damit stehe ich nicht alleine da. Genau genommen macht sich ein Großteil der Abteilung Sorgen und auch Kollegen aus anderen Abteilungen kommt die Sache langsam komisch vor. Sein Verhalten deutet stark darauf hin, dass er mit sich, seinem Leben und vor allem seiner Arbeit nicht mehr klar kommt. Ich behaupte sogar, dass er mittlerweile psychische Probleme damit hat. Wenn ich vergleiche, wie und was er gearbeitet, als ich 1999 bei dem Unternehmen anfing und wie er heute arbeitet, so liegen Welten dazwischen. Ich war zu Beginn einige Male mit ihm unterwegs und habe gewisse Gerätschaften mit ihm demontiert, während er so einiges über diese Gerätschaften aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Heute hat er regelrecht Angst, auch nur irgend etwas an diesen Gerätschaften zu tun – er hat Angst, Fehler zu machen. Er malt sich, noch ehe er mit der Arbeit beginnt, aus, was alles schief gehen kann. Er entwickelt regelrechte Neurosen. Es tut schon fast weh, mit ansehen zu müssen, wie er auch körperlich abgebaut hat, gerade in den letzten vierzehn Tagen. Ich wusste keinen anderen Ausweg, als mit einer Kollegin und einem Kollegen, die schon deutlich länger als ich mit besagtem Kollegen zusammenarbeiten, hierauf anzusprechen. Ich war erleichtert als sie mir berichteten, dass sie sich ebenfalls große Sorgen machen und kommenden Dienstag unseren Abteilungsleiter zu Rate ziehen wollen; der seinerseits ebenfalls bereits gemerkt hat, dass eine Veränderung stattgefunden hat. Ich hoffe, es ist nicht zu spät. Er muss sich meines Erachtens professioneller Hilfe unterziehen, sonst fällt er noch tiefer. Ich denke nicht, dass wir ihm alleine noch helfen können, wir haben viel zu spät reagiert. Zukünftig sollten wir versuchen, die ersten Anzeichen früher zu erkennen und auch früher zu reagieren. Ich habe schon vorletzte Woche daran gedacht, die beiden oben erwähnten Kollegen auf die Problematik anzusprechen, habe es aber nicht getan.
Wenn er bereit ist sich helfen zu lassen, denke ich, dass er wenigstens ein halbes Jahr völlig aus dem Betrieb raus muss.

Der Webserver läuft nun erst einmal provisorisch auf meinem Rechner. Heute habe ich von meinem Chef grünes Licht bekommen, die Sache soweit vorzubereiten, dass einige Geschäftsstellen die Angebote testen sollen. Bevor ich das in Angriff nehmen kann, muss ich zwar noch etwas am Konzept feilen und vielleicht noch etwas mehr Inhalt einpflegen, aber Anfang Mai müsste ich loslegen können. Ideen habe ich genügend und für mich selbst schon einmal ein paar "back-to-the-Roots" HTML-Editoren angetestet - schließlich soll die ganze Sache ja im lizenzkostenfreien Raum bleiben. Und über das Design muss ich mir dann wohl auch noch Gedanken machen; es gibt Leute, denen ist puristisches HTML nicht ansprechend genug, ts.

Tja, der dolle Azubi kommt wohl nicht wieder - und hat mal schön verbrannte Erde hinterlassen (hier nachzulesen). Ich bin immer noch angefressen wegen seiner Äußerungen gegenüber unserer Personalabteilung - wenngleich die Sache aus unserer Sicht richtig gestellt wurde. Und da bin ich eigentlich auch froh, kein Ausbilder zu sein - auch wenn ich z.T. die Ausbildung der Azubis mit übernehme -, denn dann kämen mir ähnliche Fälle vielleicht häufiger unter. Und da habe ich nun wirklich keine Lust drauf.

Auf dass der Knabe erwachsen werde.

Damit "auf der Arbeit" mal was spannendes passiert, habe ich mir überlegt, neben der eigentlichen Arbeit - die zwar zeitfüllend, aber keineswegs ausreichend anspruchsvoll ist - noch das eine oder andere "eigene" Projekt zu verwirklichen.

Als erstes kommt da mal ein Apache Webserver, auf dem einige selbst erstellte Standard-"Erste-Hilfe-Kästen" für die Kollegen draußen im Markt laufen sollen. Heute habe ich dabei schon mein ganzes Geschick bewiesen und den Webserver als Source heruntergeladen und dann fast eine halbe Stunde vor einem mittleren Rätsel gestanden, wieso sich der Scheißserver nicht installieren lässt. Ich habe letztlich doch noch das richtige Paket heruntergeladen, dann aber keine Zeit mehr für eine Installation gehabt. Nächste Woche starte ich den Frontalangriff...

Eigentlich stecke ich diesbezüglich viel weg, aber da hat es mich heute doch aus den Latschen gehauen. Behauptet unser Auszubildender gegenüber der zuständigen Personalabteilung, er säße den ganzen Tag nur herum und schaut acht Stunden aus dem Fenster. Mein lieber Herr Gesangsverein, wer mit solchen Karten spielt, muss sich nicht wundern, dass ihm fortan genauer auf die Finger geschaut wird. Abgesehen davon, dass er tatsächlich ausreichend zu tun hat (was freilich nicht immer gestreng Ausbildungsinhalten ist – aber so ist das bei der Arbeit nun einmal, die macht sich nicht von alleine). Und wer sich bereits in dieser Phase des beruflichen Werdegangs ziert, Arbeit anzunehmen, die mal nicht so nach dem eigenen Geschmack ist, nun, der muss damit rechnen, demnächst in einer Arbeitsagentur auf einen besseren Job zu warten. Und letztlich fehlt er seit Januar nun schon das vierte Mal länger wegen Krankheit. Auch da läuft er Gefahr, dass die Krankheit als Faulenzia entlarvt wird. Eine persönliche Enttäuschung ist dies insbesondere, weil wir eigentlich den Eindruck haben, er macht seine Arbeit recht gut und ist dabei auch nicht gerade ungeschickt. Wenn er den falschen Ausbildungsberuf gewählt hat, ist das sicher bedauerlich, aber dann frech zu behaupten, er wäre unzufrieden, weil er nichts zu tun bekäme ist wirklich etwas dreist. Den Schuh ziehe ich mir nicht an.

Die Situation ist wieder etwas entspannter. Zwar ist die Grüppchenbildung und Lagerspaltung immer noch akut, jedoch wird wieder mehr miteinander geredet. Die zwischenzeitliche fast völlige Sendepause zwischen einzelnen Personen ist etwas aufgeweicht und man tauscht sich wieder untereinander aus. Vornehmlich wird dies durch Gespräche begünstigt, die nicht rein-dienstlicher Natur sind. Trotzdem bleibt noch der üble Nachgeschmack des Eindrucks, dass bestimmte verantwortliche Personen ihrer Aufgabe nicht gewachsen scheinen. Und noch immer fällt es schwer, "Neues" oder vom Standard abweichendes zu etablieren, ja überhaupt zu versuchen.

Mein Vorhaben wieder früher mit der Arbeit zu beginnen - und somit folglich auch früher aufzustehen -, scheint aufzugehen. Seit nunmehr einer Woche hocke ich spätestens um 08:00 Uhr auf meinem Sessel. Es ist auch erstaunlich, wie viel man dann noch schaffen kann, bevor der Hauptbetrieb losgeht und das Telefon ständig bimmelt.

Nachdem ich die letzten Wochen eigentlich nie wirklich pünktlich "auf der Arbeit" war (bei Gleitzeit ist das allerdings auch so eine Sache), habe ich mir gestern vorgenommen, wieder um halb sieben aufzustehen. Heute hat das auch noch wunderbar geklappt und ich saß mehr als pünktlich auf meinem Hocker. Ich überlege, mit mir selber eine Wette einzugehen, dass bereits nächste Woche alles wieder beim alten ist.

 

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